Dr. C Soldan: Em-eukal – Der Hustenbonbon mit der Fahne

Porträt des Familienunternehmens Dr. C. Soldan

Nur echt mit Fahne: der Hustenbonbon Em-eukal.

Auch wer den Firmennamen noch nie gehört hat, hatte mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal ein Produkt aus dem Hause Dr. C. Soldan im Mund. Das fränkische Familienunternehmen stellt Bonbons der Marken Em-eukal und „aecht Bayrischer Blockmalz“ her, die schon seit Jahrzehnten dem Rachen und den Atemwegen von Groß und Klein schmeicheln.

„Nur echt mit Fahne“: Das Erkennungszeichen der berühmten Em-eukal-Bonbons ist die rot-weiße Fahne, deren Ende aus Verpackung eines jeden Hustenbonbons hervorlugt. Dabei handelt es sich nicht um bloße Effekthascherei, die Verwendung der Fahne hat einen ernsthaften Hintergrund. In den 1950er Jahren bekamen die Bergleute im Ruhrgebiet die Em-eukal-Bonbons als Mittel gegen die durch ihre Arbeit verursachten Bronchialbeschwerden. Dank des ebenso pfiffigen wie hygienischen Auspackmechanismus konnten die Arbeiter unter Tage die wohltuenden Bonbons zu sich nehmen, ohne sie mit ihren schmutzigen Händen anfassen zu müssen.

Doch gehen wir zurück zu den Anfängen des Unternehmens. 1899 macht sich der Apotheker Carl Soldan in Nürnberg mit einer „Medizinaldrogerie“ und Parfümerie selbstständig, gründet zudem das Unternehmen „Dr. C. Soldan GmbH“. Im Vorderhaus des damaligen Firmensitzes am Hefnersplatz befindet sich die Drogerie, im Hinterhaus werden bereits die ersten Bonbons hergestellt.

Menthol plus Eukalyptus gleich Em-eukal

Schon früh kreiert Carl erste Bonbons mit den Zutaten Eukalyptus und Menthol, 1923 ist die Geburtsstunde von Em-eukal. Zwei Jahre später wird die Marke als Warenzeichen eingetragen, damals noch in der Schreibweise „Emeukal“. Falls Sie sich fragen, was der Name bedeuten soll: Das „Em“ steht für Menthol, das „eukal“ für Eukalyptus. 1929 erwirbt Carl Soldan einen Süßwarenhersteller in der Nürnberger Herderstraße und verlegt die Produktion der Hustenbonbons dorthin.

Porträt des Familienunternehmens Dr. C. Soldan

Em-eukal lindert seit fast hundert Jahren Hustenbeschwerden.

1931 verstirbt der Firmengründer, sein Sohn Hermann übernimmt die Geschäftsführung. Ein Jahr später ist Verkaufsstart für das halsschmeichelnde Naschwerk der Marke „aecht Bayrischer Blockmalz“, der über offenem Feuer gekocht und dann in die typischen kleinen Stücke geschlagen wird. Das Unternehmen erwirbt eine Druckerei, die zunächst die Bonbontüten für die Em-eukal-Bonbons herstellt und später auch Druckaufträge für Konzerne wie AEG, Grundig und Otto abwickelt.

Em-eukal – nun auch für Kinder

1960 verlegt Dr. C. Soldan die Produktion ins mittelfränkische Adelsdorf, das Nürnberger Werk bot einfach nicht genug Platz. 1972 feiert die Sorte „Kinder Em-eukal“ Premiere, 1989 bringt die Firma ihren ersten zuckerfreien Bonbon auf den Markt. Zu den weiteren Sorten der Firma gehören Gummibärchen der Marke „Original Bärengarten“, „Tex-Schmelz“-Traubenzucker und seit 2013 Lakritz der Marke „Rheila“.

Porträt des Familienunternehmens Dr. C. Soldan

Kinder Em-uekal mit seinem Wildkirsche-Geschmack kommt 1972 in den Handel.

Dr. C. Soldan wird mittlerweile in vierter Generation familiengeführt, seit 2005 ist Perry Soldan am Ruder. Das Familienunternehmen ist seit 2004 Bio-zertifiziert, besitzt zudem die pharmazeutische Herstellungserlaubnis gemäß dem Arzneimittelgesetz. Seit 2008 konzentriert sich der Betrieb auf sein Zugpferd Em-eukal, das er einer Verjüngungskur in Form eines umfassenden Marken-Relaunches unterzogen hat.

Fotos: Dr. C. Soldan GmbH