Eberspächer: Die stecken im Auto mit drin

Porträt des Familienunternehmens Eberspächer

Die Firmenzentrale in Esslingen am Neckar

Die Unternehmensgruppe Eberspächer zählt zu den weltweit führenden Zulieferern für die Automobilindustrie. Nahezu allen großen Hersteller von Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen sind Kunden des schwäbischen Unternehmens. Eberspächer betreibt 67 Standorte in 27 Ländern und ist zu 100 Prozent in Familienhand. Aktuell lenkt die fünfte Generation die Firmengeschicke.

Glasdächer machen den Anfang

Begonnen hat alles mit Glasdächern: 1865 gründet der Flaschnermeister Jakob Eberspächer in Esslingen am Neckar einen kleinen Handwerksbetrieb, der sich auf metallgefasste Dachverglasungen spezialisiert. 1894 tritt Jakobs Sohn Adolf in die Firma ein, fünf Jahre später stirbt der Unternehmensgründer. Seine Frau Friederike übernimmt die Geschäftsführung, 1906 steigt auch der zweite Sohn Paul bei dem Unternehmen ein. Sieben Jahre 1914 wird der Betrieb an den heutigen, ebenfalls in Esslingen gelegenen Standort verlegt.

Erfolgreich in ganz Europa

Die Geschäfte laufen prächtig, im Jahr 1925 beschäftigt Eberspächer bereits 350 Mitarbeiter. Sie produzieren Glasdächer für Bahnhöfe, Fabrikgebäude und Luftschiffhangars in ganz Europa. 1928 eröffnet die Firma Produktionsstätten im heutigen Tschechien, in Polen und Italien. Ein Jahr später zieht Eberspächer einen Großauftrag an Land: Der Betrieb fertigt das Dach für die Stazione di Milano Centrale, den Bahnhof von Mailand.

Neuausrichtung als Autozulieferer

Die 1930er Jahre stehen für Aufbruch – und der Hinwendung zu einem neuen Geschäftszweig. Eberspächer wird Zulieferer für die Automobilbranche, begünstigt durch die räumliche Nähe zum Stuttgarter Autobauer Daimler. 1931 fällt der Startschuss für die Produktion von Schalldämpfern für Autos, 1933 beginnt das Unternehmer mit der Entwicklung von Fahrzeugheizungen. Ein Jahr später fällt der Spatenstich für einen zweiten Werksbereich am Hauptsitz in Esslingen.

Die Produktion läuft richtig an…

Porträt des Familienunternehmens Eberspächer

Klare Scheiben auch im Winter: Eberspächer ist Spezialist für Autoheizungen

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg produzieren die Werke zunächst dringend benötigte Waren wie Prothesen und Kleinherde, doch schon bald rückt die Autobranche wieder in den Fokus. 1947 beginnen die Arbeiten an einem Turbolader, 1953 startet die Serienproduktion von Standheizungen. Ein Jahr später läuft der millionste Auto-Schalldämpfer vom Band. 1965, passend zum hundertsten Firmengeburtstag, erzielt Eberspächer erstmals einen Jahresumsatz von 100 Millionen DM.

Expansion ins Ausland

1974 läuft die Serienproduktion von Katalysatoren an, mit der berühmten „B1L“ gelingt dem Familienbetrieb im folgenden Jahr ein technologischer Durchbruch: Sie ist die erste Fahrzeugheizung zum Direkteinbau in den Fahrgastraum. Drei Jahre später geht es mit der Entwicklung von Rußpartikelfiltern für Pkw los. Ab den 1980er Jahren setzt Eberspächer verstärkt auf Internationalisierung, eröffnet in der Folge Niederlassungen unter anderem in Schweden, Frankreich, der Schweiz, Südafrika, den USA und Brasilien. 1990, zum 125jährigen Jubiläum, knackt das Unternehmen die Umsatzgrenze von einer Milliarde DM.

Neue Geschäftszweige, alte Besitzverhältnisse

Porträt des Familinunternehmens Eberspächer

Produktion von Klimaanlagen für Busse

Im Jahr 2000 beläuft sich der Umsatz bereits auf 2,5 Milliarden DM, in den Folgejahren akquiriert Eberspächer diverse Firmen und gründet Tochterbetriebe, erweitert so seine Produktpalette etwa um Komponenten für die elektronische Vernetzung in Fahrzeugen und Klimasysteme für Omnibusse. 2013 erzielt Eberspächer einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro und beschäftigt knapp 7.900 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist seit seiner Gründung in Familienhand. Seit 2004 steht Heinrich Baumann an der Spitze, der zur fünften Generation der Eberspächer gehört.

Fotos: Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG