Hela – Für mehr Würze im Leben

Porträt des Familienunternehmens Hela

Der Curryketchup von Hela ist der meistverkaufte Ketchup Deutschlands.

Ein schrecklich scharfes Familienunternehmen: Die Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH verdient ihr Geld vor allem mit Würzmischungen für Handel, Gastronomie und Industrie, berühmt gemacht hat die Firma aber eine große rote Kunststoffflasche mit feurigem Inhalt: Den „Hela Curry Gewürz Ketchup delikat“ hat wohl jeder schon einmal genossen, handelt es sich doch um den meistverkauften Ketchup Deutschlands.

Innovation Gewürzketchup

Heute ist er aus den Pommesbuden und Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken, damals eine Innovation: 1963 bringt Hela den ersten Gewürzketchup auf den Markt – und trifft den (Geschmacks-)Nerv der Zeit. Die Sorte „Hela Curry Gewürz Ketchup delikat“ avanciert zum Verkaufsschlager, auch die beiden anderen Geschmacksrichtungen „Tomate“ und „Schaschlik“ munden der deutschen Wohlstandsgesellschaft. Am allerbesten schmeckt den Deutschen aber bis heute die Sorte „delikat“, sie ist der aktuell meistverkaufte Ketchup der Republik. Pro Jahr produziert Hela 35.000 Tonnen der feurigen Soße, das macht rund 28 Millionen der markanten rosten Plastikflaschen mit dem grünen Deckel.

Unternehmensgründung im Jahr 1906

Die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens Hela beginnt 1893. In diesem Jahr nimmt der damals 14-jährige Firmengründer Hermann Laue eine Stelle als Lehrling bei Carl H. Rose & Co. an, einem Händler für Drogerieartikel und Kräuter. Im Mai 1905 – er hat sich zwischenzeitlich zum Prokuristen hochgearbeitet – übernimmt Laue das Unternehmen, im August 1906 benennt er es in „Hermann Laue“ um und entwirft das erste Firmenlogo. Entscheidender ist die geschäftliche Neuausrichtung: Laue handelt jetzt mit Gewürzen.

Wirtschaftliches Auf und Ab

Nach dem Ersten Weltkrieg erteilt die Reichsregierung dem Unternehmen die Erlaubnis zum landesweiten Handel mit Gewürzen, Salzen, Därmen und „sonstigen für das Schlachtergewerbe in Frage kommenden Waren“. 1928 wechselt der Firmensitz, aus dem Hamburger Stadtteil Barmbek geht es ins Schanzenviertel. Das große Plus des neuen Standorts: Der Hamburger Schlachthof ist nur einen Steinwurf entfernt. Die Geschäfte laufen prächtig – bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende muss Laue quasi von vorn anfangen, mit gerade mal drei Mitarbeitern beginnt der Neuaufbau der Firma.

Die Mitarbeiterzahl steigt stetig, 1951 sind bei Hela bereits 17 Mitarbeiter angestellt. Hermann Laue modernisiert den Betrieb, schafft nach und nach neue Maschinen an und baut eine Vertriebsorganisation auf, die das Fleischerhandwerk und die Fleischwarenindustrie mit Gewürzmischungen sowie Hilfsstoffen für die Fleisch- und Wurstherstellung versorgt.

Die Söhne beerben den Vater

Das Jahr 1954 markiert eine Zäsur. Hermann Laue stirbt am 16. April. Seine beiden Söhne Kurt und Rudolf, die bereits 1949 ins Unternehmen eingestiegen sind, übernehmen die Geschäftsführung. Rudolf ist zuständig für den Einkauf der Rohstoffe und den Vertrieb, Kurt kümmert sich ums Kaufmännische. Dennoch ist es Kurt, der die Idee zu einem neuartigen Produkt hat, das dann 1960 auf den Markt kommt: Portionspäckchen mit Zucker, Salz, Pfeffer und anderen Gewürzen, die bei deutschen und internationalen Fluglinien sowie Gastronomiebetrieben reißendend Absatz finden. 1963 ist dann wie bereits geschildert das Geburtsjahr des Gewürzketchups, der Hela berühmt macht.

Wirtschaftliche Expansion

Die Zeichen stehen auf Expansion, Hela gründet in der Folgezeit zahlreiche Niederlassungen im Ausland, beispielsweise in Österreich, der Schweiz, Singapur, Kanada und Frankreich. Im Jahr 1981 nimmt Hela die Produktion von gecoateten Gewürzen auf. Bei dieser Herstellungsweise schützt eine Ummantelung die Salze und Gewürze vor dem Aussaften. 1989 fällt der Startschuss für die Verlagerung des Unternehmens aus dem Schanzenviertel nach Ahrensburg bei Hamburg. Sie erfolgt schrittweise und ist 1991 abgeschlossen.

Nachfolgeregelung ist Geschwistersache

Seit der Firmengründung hält bei Hela die Familie Laue das Ruder in der Hand. Björn Laue führt seit 1983 das Unternehmen. 2017 will der Enkel von Hermann Laue in den Ruhestand gehen, bis dahin muss die Nachfolge geregelt sein. Als aussichtsreichster Kandidat gilt sein Sohn Alexander, seit 2010 im Unternehmen. Allerdings muss sich Alexander mit seinen drei Geschwistern einigen. Sie entscheiden zu viert, wer nach dem Ausscheiden des Vaters neuer Sprecher der Geschäftsführung wird. Die Entscheidung muss einstimmig fallen, damit bei Hela weiterhin ein oder eine Laue das Sagen hat.

Foto: Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH