Interlübke: Ein „einrichtungsweisendes“ Unternehmen

Porträt des Familienunternehmens Interlübke

Interlübke: Qualitätsmöbel made in Ostwestfalen

Zwei Brüder waren es, die 1937 eine Firma gründeten, die sich zunächst auf poliertes Schlafzimmermobiliar spezialisierte: der gelernte Tischler Leo Lübke und der Kaufmann Hans Lübke, die beide bereits Erfahrung im Bereich Möbelanfertigung hatten, die sie beim dritten Bruder Heinrich sammeln konnten, der sich auf die Produktion von Stühlen und Tischen spezialisiert hatte. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Schon bald arbeiteten 70 Menschen für die Gebrüder Lübke KG.

Auch heute noch, da die Firma in dritter Generation von der Familie Lübke geführt wird, legt man die gleichen hohen Maßstäbe an die Produktion der Schränke, Regale, Sideboards und Betten. Und das heißt: keine Kompromisse machen. Weder bei der Wahl der Materialien noch bei der Verarbeitung. Und vor allem nicht beim Standort. Bei Interlübke hat das Siegel „Made in Germany“ noch seine Bedeutung. Zum 75. Geburtstag des Unternehmens erklärte Leo Lübke, der Enkel des gleichnamigen Gründers, die Grundsätze von Interlübke. Man lege großen Wert auf Langlebigkeit und Innovation, sagte er. Und dass man natürlich die Produktion hätte verlagern können, ob nach Osteuropa oder Asien. Aber man wolle jedem Kunden den besten individuellen Service bieten und sei in Ostwestfalen, dem „Herz der deutschen Möbelindustrie“ genau richtig am Platz.

Porträt des Familienunternehmens Interlübke

Nachhaltig im besten Sinne: Möbel von Interlübke sind besonders langlebig

Bei Interlübke setzt man auf Nachhaltigkeit – nennt es aber nicht so

Die Heimat von Interlübke, das ist der Ort Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen, hier haben auch andere führende Möbelhersteller wie der Sesselspezialist COR (ein Schwesterunternehmen von Interlübke), Musterring und die Garant Gruppe ihren Firmensitz.

Interlübke gilt als eine Art Mercedes-Benz unter den deutschen Möbelbauern. Das liegt daran, dass die Möbel quasi unverwüstlich sind (Oberflächen werden bis zu siebenmal lackiert) und dass man sich an dem minimalistischen, zeitlosen Design niemals sattsieht. Möbel von Interlübke sind zeitlose Klassiker, die, das ist klar, natürlich ihren Preis haben. Dafür setzt man als Kunde aber auch auf Nachhaltigkeit, statt auf die moderne Wegwerfkultur, wo Billigmöbel für ein, zwei Jahre gekauft werden und dann auf dem Müll landen. Leo Lübke kann zwar mit dem Begriff Nachhaltigkeit an sich nicht viel anfangen, findet ihn abgedroschen, meint aber, dass man der Idee hinter dem Begriff schon immer anhängen und danach handeln würde.

Gesucht und gefunden: Wege aus der Krise

Porträt des Familienunternehmens Interlübke

Interlübke hat das Sortiment verkleinert, die Qualität bleibt hoch

Wie viele deutsche Traditionsunternehmen hatte sich auch Interlübke zwischenzeitlich zu sehr auf seine Standards und seinen Namen verlassen. Und das führte direkt in eine schwere Krise: Im Herbst 2012 meldete das Unternehmen Konkurs an, ein Vierteljahr später konnte allerdings ein überzeugender Sanierungsplan vorgelegt werden. „Den Beginn einer neuen Ära“ nannte es Leo Lübke in einem Interview mit manager-magazin.de. Was das bedeutet? Das Sortiment wurde angepasst – weniger umfangreich, aber dafür mit noch mehr Möglichkeiten zur Variation. Natürlich mussten auch die Kosten reduziert werden, es kam zum Stellenabbau, die verbliebene Belegschaft (Stand 2013: 245) verzichtete auf Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld und arbeitete ohne zusätzliche Bezahlung länger.

Schön zu hören: Trotz der Krise will man bei Interlübke nichts an den Unternehmensgrundsätzen ändern, es werden weiter nur perfekte Möbel die Fabrik verlassen, und an Rabattaktionen, wie sie in vielen Möbelhäusern üblich sind, wird man sich auch in Zukunft nicht beteiligen. Denn Qualität made in Germany ist etwas, auf das man stolz sein kann, das verramscht man nicht.

Fotos: Interlübke