Kind – ganz groß mit kleinen Hörgeräten

kindDen Werbeslogan „Ich habe ein Kind im Ohr“ kennt in Deutschland so gut wie jeder. Er spielt auf die sehr kleinen und damit kaum sichtbaren Hörgeräte von Kind an, die durch ihre Leistungsfähigkeit viele Kunden überzeugen. Das Unternehmen Kind Hörgeräte wird in der Rechtsform einer GmbH & Co KG betrieben und beschäftigt rund 2.400 Mitarbeiter weltweit.

Innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten gelingt es der dynamischen Unternehmerpersönlichkeit Martin Kind, aus einem kleinen Familienbetrieb den größten deutschen Hörgeräte-Konzern aufzubauen. Im „Nebenjob“ übt Martin Kind das Präsidentenamt des Bundesliga-Fußballvereins Hannover 96 aus.

Martin Kind – klare Ziele und kompromissloser Erfolgswillen

Im Jahr 1970 übernimmt Martin Kind (Jahrgang 1944) den elterlichen Betrieb, das 1952 im zu Hannover gehörenden Groß-Burgwedel gegründete Fachgeschäft für Hörgeräteakustik. Dafür gibt Martin Kind die angestrebte Karriere im Siemens-Konzern auf und absolviert nach dem Abschluss seiner Lehre beim Elektrokonzern eine Ausbildung zum Hörgeräteakustiker. Von Anfang an ist klar, dass der ehrgeizige Martin Kind sich nicht damit zufriedengeben wird, das gut laufende Geschäft seiner Eltern lediglich weiterzuführen. Er strebt eine Expansion an, und zwar im ganz großen Rahmen. Konsequenterweise eröffnet er noch im Jahr seines Einstiegs das zweite Geschäft in Goslar. Kind erkennt sehr frühzeitig, welche riesigen Entwicklungschancen der Markt für Hörgeräte in einer alternden Gesellschaft bietet. Doch schon bald wird auch deutlich: Die Unabhängigkeit der Kind-Gruppe ist nur möglich, wenn sie auch in die Produktion steigt.

Kind startet durch

Die Wende bietet Martin Kind dann die einzigartige Gelegenheit, seine ambitionierten Ziele zu realisieren. Bereits im Jahre 1991 eröffnet er den ersten Hörgeräteakustik-Fachhandel in den neuen Bundesländern. Wie nicht anders zu erwarten, kann das Kind-Fachgeschäft in Halle an der Saale schnell enormen Kundenzulauf verzeichnen, sodass bald weitere Dependancen folgen. Martin Kind sucht auch die internationale Herausforderung und gründet nur ein Jahr später die erste Auslandsgesellschaft in Tschechien. Die Wiedervereinigung eröffnet dem außerordentlich engagierten Unternehmer noch eine weitere wichtige Chance: Endlich kann Kind im Jahr 2004 mit der Übernahme des audifon Werks im thüringischen Kölleda seinen Plan umsetzen, auch in der Fertigung von Hörgeräten aktiv zu werden. Zwar sind die Produktionsanlagen durchweg veraltet, aber Martin Kind beweist große Weitsicht, indem er das Potenzial der gut ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeiter erkennt. Tatsächlich erweist sich die Integration von audifon als echter Glücksfall für das Unternehmen. Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass Kind den osteuropäischen Markt, vor allem in Tschechien, Polen und Ungarn, im Rekordtempo erobert.

Kind heute – ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht

Heute betreibt der Kind Konzern weltweit über 650 Fachgeschäfte, davon mehr als 570 in Deutschland. 2011 wurde sogar ein Kind-Fachgeschäft in Singapur eröffnet. Die nächste Generation in Person von Dr. Alexander Kind plant, pro Jahr weltweit 50 neue Hörgeräte-Geschäfte auf der ganzen Welt zu gründen. Da der Filius die Gene seines unternehmerisch außerordentlich begabten Vaters geerbt zu haben scheint, ist mit einer Fortsetzung der Kind-Erfolgsstory unbedingt zu rechnen.

Fotonachweis: Kind