Mein Name ist Hase: Vaillants traditionsreiches Firmenlogo

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Im Laufe von 140 Jahren wurde der Vaillant-Hase mehrmals leicht abgewandelt.

Remscheid im bergischen Land anno 1899: Am Ostersonntag sucht Johann Vaillant, der sich 25 Jahre zuvor als „Kupferschläger und Pumpenmacher“ selbstständig gemacht hatte, etwas Zerstreuung. In der Hand hält er die neue Ausgabe der Monatszeitschrift „Alte und Neue Welt“. Die Kinder spielen draußen, endlich hat Vaillant Muße zum Lesen. Beim Durchblättern der Zeitschrift springt ihn ein Bild an: Ein Hase schlüpft aus einem Ei, bestaunt von Zwergen und kleinen Tierchen. „Heureka!“, denkt sich Vaillant – und hat just zu diesem Moment das Markenzeichen für seine junge, aber schon äußerst erfolgreiche Heiztechnik-Firma gefunden.

Das Ei des Kolumbus

Vaillant zögert nicht lange und sichert sich die Bildrechte. Schon vorher war er sich der Bedeutung eines unverwechselbaren Markenprofils bewusst. So hatte das Unternehmen zuvor in Katalogen mit Abbildungen von Engeln gearbeitet – allerdings ohne großen Erfolg, zumal auf Engel keine Schutzrechte angemeldet werden konnten. Aber jetzt hat Johann Vaillant „sein“ Logo gefunden, sozusagen das „Ei des Kolumbus“, und es wird die Firma über 140 Jahre begleiten.

Allerdings in mehrmals überarbeiteter Form. So stellt das Unternehmen 1929, neun Jahre nach dem Tod von Gründer Johann Vaillant und mitten in der Weltwirtschaftskrise, erstmals einen Werbeleiter ein. Der neue Mann Otto Lorber sorgt für einen professionell-einheitlichen Werbeauftritt und nimmt sich auch das Firmenlogo zur Brust: Die Darstellung von Hase und Ei wird stilisierter, mit klarer Linienführung. Und zum ersten Mal erscheint auch der Schriftzug „Vaillant“ im Logo und macht die Illustration zu einer sogenannten „Wort-Bild-Marke“. Lorbers Arbeit ist stilbildend – bis heute hat sich an der Darstellung des Hasen nicht mehr viel geändert, obwohl das Logo noch sieben Mal neu gestaltet wird, letztmalig 2009. Mittlerweile sind Hase und Ei untrennbar mit dem Namen Vaillant verbunden: Über 40 Prozent der Deutschen ordnen die Illustration dem Traditionsunternehmen aus Remscheid zu, über 70 Prozent kennen Vaillant.

Eine Firmengeschichte voller Innovationen

Nun ist natürlich das schönste Logo wertlos, wenn das Unternehmen dahinter nicht auch Erfolge vorweisen kann. Im Falle von Vaillant allerdings war schon das erste Patent ein echte Revolution: 1894 lässt Johann Vaillant sich die Erfindung eines Gasbadeofens im geschlossenen System patentieren. Zum ersten Mal lässt sich Wasser erhitzen, ohne das es mit Verbrennungsgasen in Berührung kommt. Das macht den ganzen Vorgang ungleich hygienischer und zudem ließ sich nun auch die Wassertemperatur regeln. Wenig später, im Jahr 1905, gelang es Vaillant, den Gasbadeofen so zu verkleinern, dass er an die Wand gehängt werden konnte. Damit war die Warmwasserbereitung praktisch in jedem Zimmer möglich. Weitere Vaillant-Innovationen folgten: 1924 etwa wurde der erste Zentralheizungskessel entwickelt, gefolgt vom ersten Außenwand-Gasheizer (1959) und der ersten wandhängenden Gas-Zentralheizung (1961). 1967 sorgte Vaillant mit dem „Combi-Geyser VCW 20“ für einen weiteren Durchbruch in Sachen Heiztechnik: Das Gerät vereinte zum ersten Mal eine Heizung mit der Warmwasserbereitung.

Auch in der Gegenwart ist Vaillant Taktgeber in Sachen Innovationskraft: So bietet das Unternehmen Solarthermie- und Photovoltaikanlagen an, die Sonnenenergie zum Heizen und zur Stromerzeugung nutzen. Außerdem bringt Vaillant Brennstoffzellen-Heizgeräte (BZH) zur Marktreife: Die stellen im Vergleich zu heutiger Technik die gleiche Menge an Heizwärme und Strom bereit, erzeugen dabei aber bis zu 50% weniger CO² und benötigen etwa 25% weniger Primärenergie.

Heute beschäftigt Vaillant, das nach wie vor ein echtes Familienunternehmen ist, weltweit über 12.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von rund 2,3 Milliarden Euro (2013). Der Hase im Ei kann also beruhigt in die Zukunft blicken – Vaillant wird weiterhin für behagliche Wärme im ganzen Heim sorgen.