Ritter Sport: Die Quadratur der Schokolade

Porträt des Familienunternehmens Alfred Ritter

Alfred Ritter – Ein Unternehmen im Zeichen des Schokoquadrats

Die Alfred Ritter GmbH, Herstellerin der Ritter-Sport-Schokolade, gibt es bereits seit 1912. Den berühmten Slogan „Quadratisch. Praktisch. Gut“ dachte sich das Familienunternehmen 1970 aus, 1976 war das Geburtsjahr des berühmten Knick-Packs, in dem die quadratischen Tafeln seither stecken. Angefangen hat alles mit einer wahrhaft süßen Romanze.

Er ist Konditor, sie führt ein Süßwarengeschäft: 1912 heiraten Alfred Eugen Ritter und Clara Göttle und gründen die Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Alfred Ritter. Der Betrieb ist in der Inneren Moltkestraße im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt ansässig, der damals noch nicht das „Bad“ im Namen führt. Die Zeichen stehen schon bald auf Expansion, 1919 zieht die Firma in die Wilhelmstraße um. Im selben Jahr bringt das Unternehmen seine erste Schokoladensorte auf den Markt – sie heißt Alrika für „Alfred Ritter Cannstatt“. 1930 erfolgt trotz Weltwirtschafskrise der Umzug an den heutigen Standort Waldenbuch.

Clara Ritter erfindet das Schokoquadrat

Das Jahr 1932 könnte man auch als das eigentliche Geburtsjahr der Firma Alfred Ritter bezeichnen. Denn in diesem Jahr trägt Clara Ritter der Familie einen bahnbrechenden Vorschlag vor: „Machen wir doch eine Schokolade, die in jede Sportjackettasche passt, ohne dass sie bricht, und das gleiche Gewicht hat wie die normale Langtafel.“ Die quadratische Schokoladentafel, bis heute das Markenzeichen der Firma, ist geboren und kommt als „Ritter’s Sport Schokolade“ in den Handel.

Ab 1940 geht nichts mehr in den Ritter-Werken, die Schokoladenproduktion ist eingestellt. Sie nimmt erst 1950 wieder Fahrt auf, als der Grundbaustein – der Kakao – wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht. 1952 verstirbt der Firmengründer, sein Sohn Alfred Otto übernimmt die Geschäftsführung. 1959 stirbt auch Clara Ritter, die Ära des Firmengründungs-Ehepaares ist beendet.

Ritter Sport bringt Farbe in den Alltag

Mit den Innovationen geht es aber trotzdem weiter. 1970 wird der Öffentlichkeit nicht nur erstmals der berühmte Werbeslogan präsentiert, sondern auch die erste Joghurtschokolade überhaupt. 1974 führt Alfred Otto die „Bunte Palette“ ein, jede Schokoladensorte erhält ihre eigene, charakteristische Farbe. 1982 kommen dann die Ritter Sport Minis auf den Markt.

2002 geht das firmeneigene Blockheizkraftwerk ans Netz, mit dem der Betrieb rund 30 Prozent seines Strom- und 70 Prozent des Wärmebedarfes selbst abdecken kann. Seither kommt das Werk in Waldenbuch, das täglich rund 2,5 Millionen Tafeln Ritter Sport 2002 verlassen, ganz ohne Atomstrom aus. Seit 2005 ist mit Alfred Theodor Ritter ein Vertreter der dritten Generation in dem Familienunternehmen am Ruder. Er feiert 2010 die Einweihung der „Bunten Schokowelt“ in Berlin, in der Schokofans ihre eigenen Sorten kreieren können, und 2012 das hundertjährige Jubiläum des Unternehmens.

Foto: Screenshot ritter-sport.de