Tchibo: Kaffeeröster in Familienhand

Portät des Hamburger Kaffeerösters Tchibo

Die Unternehmenszentrale von Tchibo in Hamburg.

Maxingvest kennen nur Eingeweihte – Tchibo dagegen ist eine der bekanntesten Marken in Deutschland. Maxingvest steht für die Familie hinter der Kaffeeröster-Marke. Max und Ingeburg Herz gründeten zusammen mit Carl Tchilling-Hiryan im Jahr 1949 die Tchibo GmbH. Heute hält die Maxingvest Holding 100 Prozent an der Tchibo GmbH und kontrolliert außerdem die Mehrheit der Stimmrechte an der Beiersdorf AG. Hinter Maxingvest steht weiterhin die Hamburger Familie Herz. Michael Herz und Thomas Holzgreve bilden den Vorstand.

Während Beiersdorf für das Jahr 2014 gute Umsatz- und Gewinnzahlen vorlegt, erlebt Tchibo eine Wachstumsdelle. Der Umsatz geht zurück – nach Unternehmensangaben liegt dies an niedrigen Verkaufspreisen für den Kaffee und am schwierigen Geschäft in Osteuropa und Russland. Als Reaktion arbeitet der Konzern an Strategien, mehr Kunden zu gewinnen, unter anderem im Online-Bereich.

Tchibo und die Kaffeegeschichte der Bundesrepublik

Über Jahrzehnte hat Tchibo den Kaffeekonsum in Deutschland geprägt. Als eines der ersten Unternehmen setzte Tchibo schon 1949 auf den Versandhandel. Bis 1962 stand dafür auch der kleine Kobold „Tchibo“. Das gezeichnete Maskottchen sollte den Nachkriegsdeutschen den Kaffeekonsum schmackhaft machen. Kaffee von Tchibo wurde zum „Lifestyle“-Produkt, begleitet mit einem Magazin für Modetipps, Schnittmuster, Horoskope und Rezepte.

Porträt des Familienunternehmens Tchibo aus Hamburg

Traditionsreiche Kaffeesorten von Tchibo

Früh wurde auch in das Filialnetz investiert: Im Jahr 1957 gab es 77 Tchibo-Geschäfte, bald hatte sich die Zahl vervielfacht, es kamen Verkaufsstellen in Bäckereien hinzu, sodass die Bevölkerung im Jahr 1971 in 2.900 Läden Tchibo-Kaffee kaufen konnte. Heute gibt es in Deutschland 700 Filialen, weitere 300 im Ausland. 20.500 Verkaufsstellen im Einzelhandel bieten Tchibo-Kaffee an, und 8.300 dieser Depots führen auch Non-Food-Produkte.

Tchibo setzt auf Nicht-Kaffee-Produkte

Die Einführung der Non-Food-Produkte im Jahr 1971 war eine kleine Revolution. Die wöchentlich wechselnden Angebote wurden von den Kunden begeistert angenommen ¬ die Marke TCM entwickelte sich zu einer der zehn beliebtesten Marken in Deutschland. Ständig wurden weitere Produkte und sogar Dienstleistungen wie Telefonverträge und Bankkontoführung aufgenommen, Resultat: Non-Food wuchs zu einem wichtigen Geschäftsbereich.

Porträt des Familienunternehmens Tchibo

Tchibo-Angebote aus dem Bereich Mode

Doch die Konkurrenz, vor allem Lidl und Aldi, blieben nicht untätig. Der Bereich geriet 2006/2007 unter Druck, in der Folge wurde die Eigenmarke aufgegeben und nur noch als Gütesiegel verwendet. Heute bietet Tchibo die Zusatzprodukte vermehrt in Themenwelten an und setzt auf neue Online- und Marketingstrategien. Seit vergangenem Herbst wirbt beispielsweise Helene Fischer als das neue Gesicht von Tchibo für Fashion, Schmuck und Accessoires.

Im Kaffeebereich dagegen hat das Unternehmen die Chancen frühzeitig erkannt. Tchibo hat Kaffeevollautomaten, Kapseln und Zubehör für Büros, Bäckereien und Gastronomie im Sortiment und bedient damit einen wachsenden Markt. Und dieser Markt wächst nicht nur für Kaffee- und Espressospezialitäten, sondern auch für Tee und Trinkschokolade – auch diesen Trend hat Tchibo im Visier.

Foto: Quelle: Tchibo